Deutsches Zentrum für barrierefreies Lesen (dzb lesen)

»Literaturtreff«

Eine Empfehlung für alle Freunde der schönen Literatur!

Die im Abonnement wöchentlich in Blindenkurzschrift erscheinende Zeitschrift »Literaturtreff« stellt ausgewählte Romane und Erzählungen namhafter in- und ausländischer Autoren in Fortsetzungen vor.

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Bücherauswahl 2022

(Nach der Reihenfolge der Hefte geordnet. Wir behalten uns Änderungen vor.)

Adeline Dieudonné: Das wirkliche Leben
München: Deutscher Taschenbuch-Verlag, 2020
Eine Reihenhaussiedlung am Waldrand, wie es viele gibt. Im hellsten der Häuser wohnt ein zehnjähriges Mädchen mit seiner Familie. Alles normal. Wären da nicht die Leidenschaften des Vaters, der neben TV und Whisky vor allem den Rausch der Jagd liebt. In diesem Sommer erhellt nur das Lachen ihres kleinen Bruders Gilles das Leben des Mädchens. Bis eines Abends vor ihren Augen eine Tragödie passiert. Nichts ist mehr wie zuvor. Mit der Energie und der Intelligenz einer mutigen Kämpferin setzt das Mädchen alles daran, sich und ihren Bruder vor dem väterlichen Einfluss zu retten. Von Sommer zu Sommer spürt sie immer deutlicher, dass sie selbst die Zukunft in sich trägt, wird immer selbstbewusster – ihr Körper aber auch immer weiblicher, sodass sie zusehends ins Visier ihres Vaters gerät.

John Aldridge: Ein Fleck im Meer
München: Heyne, 2019
Was ist der einzelne Mensch in den Weiten des Ozeans? Nicht mehr als ein unbedeutender winziger Fleck? Mitten in der Nacht, vierzig Meilen vor der Küste, ist der erfahrene Hummerfischer John Aldridge aus Montauk bei rauer See über Bord gegangen – unbemerkt von seinem Freund Anthony, mit dem er gemeinsam das kleine Fischerboot Anna Mary betreibt. Eine wahre Geschichte über den Willen zu überleben und über eine Freundschaft zwischen zwei Männern, die alles füreinander tun.

Michelle Winters: Ich bin ein Laster
Berlin: Wagenbach, 2020
Agathe und ihr Ehemann Réjean haben das Geheimnis einer harmonischen und sinnlich erfüllenden Ehe entdeckt: großzügig akzeptierte kleine Lügen. Als Réjean von einem Angelausflug nicht heimkehrt, tun sich allerdings Fragen auf. Die trauernde Agathe fängt an, in einem Elektronikgeschäft zu arbeiten. Ihre Kollegin bringt ihr Autofahren und Rock-and-Roll bei. Bis der Verlorengeglaubte einigermaßen verändert wieder vor der Tür steht.

Éric Plamondon: Taqawan
Basel: Lenos-Verlag, 2020
Als Océane an ihrem fünfzehnten Geburtstag von der Schule nach Hause kommt, wird sie Augenzeugin einer brutalen Razzia. Es ist der 11. Juni 1981. Die Polizei beschlagnahmt die Fischernetze der Mi'gmaq, die seit Jahrtausenden vom Lachsfang leben. Viele werden verhaftet, es gibt Tote. Québec, ganz Kanada ist in Aufruhr. Kurz darauf findet der Ranger Leclerc ein indigenes Mädchen, das mehrfach vergewaltigt wurde. Zusammen mit dem Mi'gmaq William versucht er die Tat aufzuklären. Dabei kommen sie einem Netzwerk auf die Spur, in das auch die Polizei verstrickt ist. Taqawan, so nennen die Mi'gmaq den Lachs, der zum ersten Mal in den Fluss seiner Geburt zurückkehrt. Auch Éric Plamondon begibt sich zu den Ursprüngen: Er verwebt die Geschichte der Kolonisation Ostkanadas mit den Legenden der Mi'gmaq und ihrem Ringen um Eigenständigkeit. Ein packender Roman noir und ein faszinierender Einblick in die Lebenswelt dieser First Nation.

Bryla, Kaska: Roter Affe
Salzburg: Residenz-Verlag, 2020
Roland K., mehrfacher Mörder und Vergewaltiger, sitzt in der JVA Moabit seine Haftstrafe ab. Mit Mania, der Gefängnispsychologin, scheint ihn mehr zu verbinden als ein paar Therapiestunden. Doch als Manias Kindheitsfreund Tomek aus Wien verschwindet und sie sich gemeinsam mit der Hackerin Ruth auf die verzweifelte Suche nach ihm macht, beginnt ein rasant erzählter Wettlauf mit der Zeit. Werden sie Tomek finden? Und will Tomek überhaupt gefunden werden? Und was hat das alles mit Roland K. zu tun? Mutig und lustvoll verknüpft Kaśka Bryla die großen Fragen von Schuld und Vergebung, von Gut und Böse mit einer unerwarteten Liebesgeschichte zu einer mitreißenden Road novel.

Martín Caparrós: Väterland
Berlin: Wagenbach, 2020
Buenos Aires, 1933. Die Stadt ein Pulverfass. Ablenkung bietet nur der Fußball. Ausgerechnet jetzt verschwindet der berühmteste Spieler des Landes. Hat er etwas mit dem Tod eines Mädchens aus der Oberschicht zu tun? Andrés Rivarola will eigentlich nur einem Bekannten, dem Dealer des Fußballers, aus der Patsche helfen. Und Raquel will die Wahrheit über den Tod ihrer Freundin herausfinden. Ungebremst schlittert das Duo in eine Verschwörung hinein.

Alissa Ganijewa: Eine Liebe im Kaukasus
Berlin: Suhrkamp, 2016
Marat, ein junger Anwalt, kehrt aus Moskau in seine Siedlung am Kaspischen Meer zurück. Seine Eltern haben bereits den Hochzeitssaal gebucht. Sie sind fieberhaft dabei, ihrem Sohn eine geeignete Braut zu präsentieren, während ihn der Fall einer ermordeten Bürgerrechtlerin nicht loslässt.
Patja, auch sie aus Moskau zurückgekehrt, versucht sich vor den Nachstellungen Timurs in Sicherheit zu bringen, mit dem sie sich fünf Monate lang auf Facebook geschrieben hat und der sie, zur Freude der Eltern, partout heiraten will.
Die Präsentation der Kandidaten, ein wandernder Brautzirkus, führt quer durch die Milieus. Während des Vorstellungsmarathons kreuzen sich die Wege von Patja und Marat, die sich heftig ineinander verlieben. Romeo und Julia auf dem kaukasischen Dorf? Die Sache geht in der Tat nicht gut aus. Doch nicht die Eltern haben dabei ihre Finger im Spiel, sondern ein mafiotischer Krimineller, der zur falschen Zeit aus dem Gefängnis entlassen wird.

H.D. Walden: Ein Stadtmensch im Wald
Köln: Galiani Berlin, 2021
Ein großes Waldgebiet, eine einsam gelegene Hütte und in ihr: ein Naturbanause aus der Stadt. H. D. Waldens Bericht über seinen unverhofften Neuanfang mit der Natur. Ein Schriftsteller zieht sich allein in eine Hütte zurück, irgendwo im Ruppiner Waldgebiet. Die Gegend ist so verlassen, dass seine Freundin behauptet, die Waldtiere wüssten nicht, was Menschen sind und würden meinen, es handele sich um verrückte Kühe. Je länger der Autor die Tiere beobachtet und das wilde Fremde wie das nahe Vertraute in ihnen erkennt, desto stärker verändert sich seine ganze Wahrnehmung, sein Gefühl für Zeit, ja sogar das für Geborgenheit.

Anne Meredith: Das Geheimnis der Grays
Stuttgart: Klett-Cotta, 2018
England, 1931. Jedes Jahr im Dezember lädt das ebenso greise wie geizige Familienoberhaupt Adrian Gray die gesamte Verwandtschaft samt Anhang in sein abgelegenes Landhaus King's Polar ein. Und alle kommen, weil sie auf sein Geld aus sind. An Heiligabend versammelt sich die Familie wie gewohnt, nur dass am nächsten Morgen Gray ermordet aufgefunden wird. Hat sich eines seiner sechs Kinder seinen Weihnachtswunsch selbst erfüllt? Dieser nostalgische und ungewöhnliche Kriminalroman erzählt die Geschichte einer dunklen Weihnachtsnacht. Im Original 1933 erschienen.